Wie kindersicher ist Ihr Zuhause?

Die meisten Unfälle passieren im Wohn- und Kinderzimmer, gefolgt von dem Garten, der Küche und dem Treppenhaus. Über die Hälfte dieser Unfälle sind Stürze, z.B. vom Etagenbett. Weitere häufig auftretende Unfallarten sind Zusammenstöße, Schnittverletzungen und – besonders schwerwiegend – Verbrennungen, Verbrühungen und Vergiftungen. Die Ursachen liegen oft im kindlichen Naturell begründet: Ablenkung, Hast, Übermut und Unkenntnis. Erwachsene können jedoch durch vorbeugende Maßnahmen viele dieser Unfälle vermeiden.

 

Grundsätzliche Tipps:

Kleine Kinder stets beaufsichtigen: z.B. im und am Wasser. Kinder auf Gefahren aufmerksam machen: Erklären was und warum etwas gefährlich ist, z. B. das Messer ist scharf, man kann sich daran schneiden.

Altersgemäß beteiligen: Je nach Alter und Geschicklichkeit gemeinsam mit dem Kind z.B. Schneiden, Werken oder Kerzen anzünden üben.

Motorische Entwicklung des Kindes fördern: z.B. Treppen zunächst rückwärts auf allen Vieren hinunter krabbeln, später aufrecht vorwärts mit einer Hand am Handlauf; frühzeitig ans Wasser gewöhnen, bzw. Schwimmen lernen; erst Roller oder Laufrad fahren beherrschen – danach erst aufs Rad umsteigen.

Sicherheitsartikel alters entsprechend einsetzen: z. B. Treppen- und Herdschutzgitter, Rauchmelder, Steckdosenschutz.

Achten Sie beim Kauf von Spielzeug und Kindermöbeln auf das GS-Zeichen (geprüfte Sicherheit). Mit dieser Kennzeichnung zeigt der Hersteller freiwillig, dass die Sicherheit seines Produktes für ihn an erster Stelle steht. Auf dem Fahrrad einen passenden Helm tragen. Beim Spielen Helm, aber auch Ketten und Schlüsselbänder abnehmen – es kann zu Strangulationen kommen.

Kordeln und Bänder an Kleidung des Kindes entfernen – Strangulationsgefahr

Sicheren Umgang mit Tieren, insbesondere Hunden beibringen.

Brennpunkt Küche

In der Küche spielt sich ein wichtiger Teil des häuslichen Lebens ab. Sie ist für Kinder ein spannender Ort: Es duftet, es zischt und dampft und in den Schränken gibt es viel Leckeres und Interessantes zu entdecken.

Kinder nicht unbeaufsichtigt in der Küche lassen! Eine Vielzahl von gefährlichen Gegenständen befindet sich in der Küche.

Kochen: Kinder beim Kochen altersgemäß beteiligen oder ihnen eine andere Beschäftigung anbieten, z.B. eine Kiste mit Plastikutensilien.

Wasserkocher, Kaffeemaschine, Bügeleisen, Friteuse, Inhaliergeräte, etc: Alle Elektrogeräte außerhalb der Reichweite von Kindern aufstellen, Kabel niemals herunterhängen lassen.

Herd und Ofen: Pfannenstiele nach hinten drehen, Herdschutzgitter und Backofenfenster-Schutz anbringen.

Messer und Schneidemaschinen: Scharfe Messer nicht offen liegen lassen und Schneidemaschine absichern. Tür der Spülmaschine geschlossen halten.

Reinigungs-, Putz- und Lösungsmittel: In abschließbarem Schrank lagern, die Mittel können zu Vergiftungen und Verätzungen führen.

Glatter Boden: Spritzwasser und Fett können den ohnehin schon glatten Bodenbelag zur Rutschfalle werden lassen. Kinder hier nicht rennen oder toben lassen!

 

Treffpunkt Wohnzimmer

Das Wohnzimmer ist der Ort, wo sich die Familie trifft. Doch ist die Einrichtung auch für Kinder geeignet?

Tischdecken: Säuglinge und Kleinkinder ziehen an Tischdecken. Dadurch kann es zu schweren Verbrühungen, Verbrennungen und Kopfverletzungen kommen, z.B. durch heiße Flüssigkeiten, Kerzen und Vasen.

Kinderhochstuhl: Kinder stoßen sich von der Tischkante ab oder stellen sich im Stuhl auf. Deshalb: Stuhl kippsicher aufstellen und das Kind nicht unbeaufsichtigt im Stuhl lassen.

Möbel: Laufwege frei halten und scharfe, spitze Kanten mit einem Schutz versehen.

Schränke und Regale: Sie laden Kinder zum Klettern ein. Hohe Möbel daher fest an der Wand fixieren. Süßigkeiten und Spielsachen nicht im obersten Fach „verstecken“.

Teppiche: Das Wegrutschen verhindern.

Kamin, Kerzen, Feuerzeuge, Streichhölzer, Kinder nicht mit Feuer, z.B. brennender Kerze, im Raum alleine lassen. Die Gefahren mit Feuer erklären und den Umgang mit Streichhölzern gemeinsam üben.

Alkohol, Zigaretten: Beides für Kinder unzugänglich aufbewahren, Reste nicht offen stehen lassen.

Strom: Elektrokabel, Lichterketten und Hitze entwickelnde (Halogen-)Leuchten regelmäßig auf ihre Funktion und auf schadhafte Stellen kontrollieren und ggfs. austauschen

Balkon und Fenster: Keine Stühle, Kübel o.ä. in unmittelbarer Nähe aufstellen, da sie zum Klettern animieren. Fenster- und Türgriffe mit Sicherungen ausstatten. Querstreben des Balkons gegen ein Erklettern absichern.

 

Tatort Bad

Wasser hat seit jeher eine magische Anziehungskraft auf Kinder. Im und mit Wasser zu spielen macht ihnen unendlich viel Spaß. Leider birgt das Badezimmer viele Gefahren. Darum gilt immer: Im Bad das Kind nie unbeaufsichtigt lassen!

Badewanne: Kleine Kinder können schon in niedrigem Wasser ertrinken. Beim Baden sollten sie nie unbeaufsichtigt sein. Die Aufsicht darf niemals auf ein älteres Geschwisterkind übertragen werden.

Glatte Böden: Im Badezimmer Anti-Rutsch-Matten und Stoßsicherungen für die Armaturen verwenden.

Heißes Wasser: Mischbatterien mit einem Wassertemperaturregler ausstatten, Wassertemperatur stets prüfen und heißes Wasser, das sich noch in der Leitung befindet, ablaufen lassen.

Medikamente, Wasch- und Reinigungsmittel: immer wegschließen!

Strom: Elektrische Geräte wie Fön und Rasierapparat immer vom Netz nehmen und wegräumen, wenn sie nicht in Gebrauch sind.

 

Hexenkessel Kinderzimmer

Das Kinderzimmer ist das Reich Ihres Kindes und seiner Phantasie. Hier spielt und tobt es, auch unbeaufsichtigt. In diesem Raum soll sich das Kind sicher fühlen – und es auch sicher sein.

Möbel: Sie müssen stabil, funktional und kippsicher sein.

Wickeltisch: Das Kind nie unbeaufsichtigt lassen und immer mit einer Hand halten.

Etagenbetten: Sie stellen grundsätzlich ein erhöhtes Sturzrisiko dar. Gestell und Leiter sollten fest verankert sein und das Bett über eine hohe Umrandung verfügen.

Fenster: Sie sollen gegen ein Öffnen des Kindes gesichert werden, bzw. abschließbar sein.

Stromleitungen: Um Stolperfallen zu vermeiden, Stromleitungen außerhalb der Laufwege verlegen.

Spielsachen: Abnehmbare Kleinteile bedeuten für Kinder unter drei Jahren eine Erstickungsgefahr. Deshalb darauf achten, dass kleinere Kinder nicht unbeaufsichtigt an die Spielsachen der älteren Kinder heran kommen.

Elektronisches Spielzeug: Defekte Geräte können Stromunfälle oder Brände verursachen. Deshalb die Funktion regelmäßig überprüfen.

 

Draußen: Garten, Hof und Garage

Schwerpunkte: Stürzen, Ertrinken, Vergiften

Im Freien können Kinder toben und werden zu Forschern. Auf ihren Erkundungstouren stillen sie ihre Neugier und probieren viel aus. Deshalb gilt:

Spielgeräte, Klettergerüst: Sie sollten das GS-Zeichen tragen und gemäß der Gebrauchsanweisung aufgebaut werden.

Gartenteich, Regentonne: Um Kinder vor dem Ertrinken zu schützen, sollte der Teich umzäunt und Regentonnen abgedeckt und verschlossen werden.

Pflanzen: Giftige Pflanzen entfernen.

Werkzeuge, Gartengeräte, Dünger: Nach dem Gebrauch sollte dieses Gartenzubehör sofort weggeräumt, bzw. weggeschlossen werden.

Farben, Lacke, Lösungsmittel: Für Kinder unerreichbar aufheben!

Grill: Beim Grillen auf einen kippsicheren Stand des Grills achten. Die Glut niemals mit flüssigen Brandbeschleunigern z.B. Spiritus entfachen, da dies zu lebensgefährlichen Verpuffungen führen kann.