Lawinentipps

Jedes Jahr sterben über hundert Personen durch Lawinenabgänge abseits gesicherter Pisten. Dabei werden die allermeisten Lawinen von den Opfern selbst ausgelöst. Die Prävention, also die Vermeidung von Lawinen, ist das mit Abstand Wichtigste abseits der Piste. Erst dann kommen Selbst-Rettung und Kameraden-Rettung zum Tragen.

PRÄVENTION – Lawine vermeiden

Eine gute Planung ist die Grundvoraussetzung für eine schöne, unfallfreie Tour und kann das Auftreten gefährlicher Situationen deutlich reduzieren.

Bevor Du Dich abseits der Pisten bewegst ist ein Lawinenkurs sehr empfehlenswert, denn dieser macht Dich mit den grundsätzlichen Risikostrategien sowie dem richtigen Einsatz der Lawinenausrüstung vertraut

Du solltest Dir das Gelände, in dem Du Dich bewegen möchtest, genau anschauen: Hier sind besonders Hangneigung, Hangform und -exposition entscheidend, über die Karten und Skitourenführer informieren. Am Vorabend und am besten nochmal morgens sind die genauen Schnee- und Wetterverhältnisse zu checken

Auch wenn man sich gut auskennt und sich gut vorbereitet bleibt immer ein gewisses Restrisiko. Deshalb ist eine professionelle Ausrüstung unerlässlich. ABS® TwinBags werden zusammen mit LVS, Sonde und Schaufel als optimale Lawinen-Notfall-Ausrüstung empfohlen

 

SELBSTRETTUNG – Verschüttung vermeiden

 

Wirst Du von einer Lawine erfasst, hängen Deine Überlebenschancen wesentlich davon ab, wo Du Dich befindest, wenn die Lawine zum Halten kommt: unter den Schneemassen begraben oder sichtbar oben auf.

Bist Du ganz verschüttet, kannst Du selbst nichts zu Deiner Rettung beitragen. Du bist hilflos auf Dritte angewiesen. Obwohl die durchschnittliche Verschüttungstiefe nur rund einen Meter beträgt, bist Du durch den verdichteten Lawinenschnee regelrecht einzementiert und kannst Dich in der Regel nicht bewegen. Deinen Kameraden bleiben nur rund 15 Minuten, um Dich aus der Lawine zu befreien.

Trotz LVS, Schaufel und Sonde sterben daher ca. die Hälfte der komplett Verschütteten, weil sie nicht rechtzeitig gefunden und ausgegraben werden können.

Man muss alles versuchen, um an der Oberfläche zu bleiben, denn so hat man mit Abstand die höchsten Überlebenschancen. Ohne Hilfsmittel kann man das in der Lawine so gut wie nicht beeinflussen. Mit dem ABS® TwinBag  stehen mit einem Zug am Auslösegriff zusätzliche 170 L Volumen zur Verfügung, die den Auftrieb gerade im kritischen Lawinenauslaufbereich deutlich erhöhen.

Bei 97% der Lawinenabgänge mit ausgelöstem ABS®TwinBag System waren nach dem Stillstand der Lawine die Airbags an der Oberfläche sichtbar. Dies ermöglicht eine schnellstmögliche Selbst- oder Kameradenrettung.

 

Kameradenrettung

Oberste Maxime ist stets, die eigene Verschüttung zu vermeiden, denn nur wer selbst nicht verschüttet ist, kann auch Kameradenhilfe leisten.

Mit der Kameradenhilfe, also der gezielten Suche mit LVS und Sonde, sollte so schnell wie möglich begonnen werden, sobald die Lawine zum Stillstand gekommen ist. Bereits nach 15 Minuten sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Verschütteten deutlich. Wenn man nun noch bedenkt, dass man mindestens 10 Minuten benötigt, um einen Kameraden aus einer durchschnittlichen Verschüttungstiefe von einem Meter stark verpresstem Lawinenschnee mit der Lawinenschaufel auszugraben, wird deutlich, wie wenig Zeit für die Suche bleibt.

Aus diesem Grund sind alle Tourenteilnehmer verpflichtet die komplette Notfallausrüstung bei sich zu tragen und sollten deren Handhabung sowie die Suchstrategien sehr gut beherrschen.

Jeder Freerider und Tourengeher trägt die Verantwortung für sein Leben und das seiner Kameraden. Das macht eine gewissenhafte Vorbereitung unabdingbar, die vor jedem Ausflug abseits der Pisten aufs Neue beginnt. Die bestmögliche Ausrüstung, die Dir die Chance bietet, nicht verschüttet zu werden und so Leben zu retten, ist wichtiger Teil dieser Vorsorge.