Tipps für Ihre Sicherheit am Berg

 

Kondition, Vorbereitung und richtiges Verhalten extrem wichtig

Bergwandern zählt zu den beliebtesten Freizeitsportarten in Österreich, jedoch handelt es sich um einen Leistungssport und keinen gemütlichen Spaziergang im Gebirge. Wer sich nicht konditionell und logistisch ausreichend auf eine Tour vorbereitet

, dem kann in den Bergen schnell etwas zustoßen.

Jährlich verletzen sich über 9.000 Wanderer in den Bergen so schwer, dass sie in einem Spital behandelt werden müssen. Das geht aus der Freizeitunfallstatistik des Instituts „Sicher Leben“ von 2002 hervor. Erhebungen des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit zeigen, dass 2002 in Österreich insgesamt 120 Tote beim Bergwandern verzeichnet wurden; davon erlagen 52 einem Herzkreislaufversagen.

Bergwege sind oft sehr Natur belassen: Geröll, Felsplatten oder losen Steinen muss aber trittsicher begegnet werden. Stolpern oder Rutschen kann fatale Abstürze zur Folge haben. Auch liegen viele Höhenwege oft bis in den Sommer hinein unter Altschneefeldern. Ihre Begehung verlangt Trittsicherheit und stabile Bergschuhe.

Bis zu 1.000 Höhenmeter Aufstieg sind keine Seltenheit, ebenso mehrstündige Gehstrecken bis zur nächsten Hütte oder zurück ins Tal – dafür brauchen Wanderer eine solide Ausdauerkondition und eine kräftige Beinmuskulatur. Anfänger müssen daher regelmäßig Ausdauersport betreiben, z.B. Radfahren, und gezielt Anstiege (Hügelwandern, Nordic Walking) trainieren. Ein ausreichendes Ausdauertraining vor langen Touren ist unbedingt notwendig, weil vor allem Ermüdung und Überschätzung der eigenen Kräfte oft zu Abstürzen oder Unfällen im Gebirge führt. Vor allem Wanderer über 45 Jahre schützen sich mit Training vor einem Herztod. Untrainierte sollten mit leichten Touren beginnen und sich langsam steigern.

Verirren in den Bergen kann nicht zuletzt wegen der Absturzgefahr tödliche Folgen haben. Der gelernte und sichere Umgang mit einer Landkarte, mit dem Kompass und dem Höhenmesser ist gerade bei längeren hochalpinen Touren ein unbedingtes Muss. Vor allem, weil die Wegmarkierungen nicht immer verlässlich sind. Da in den Bergen sehr schnell das Wetter umschlägt oder Nebel aufziehen kann, ist der Einsatz von Kompass und Höhenmesser lebensrettend.

Bergtouren müssen hinsichtlich ihres Schwierigkeitsgrades, der Gipfelhöhe und der Gehzeiten genauestens geplant und recherchiert werden. Die wichtigsten diesbezüglichen Informationsquellen sind Landkarten, alpine Literatur (z.B. Gebietsführer mit Routenbeschreibung, die der eigenen Leistungsfähigkeit entsprechen) und Bergwachten.

Je nach Jahreszeit finden sich Bergwanderer mit unterschiedlichen Witterungsverhältnissen konfrontiert: Im Frühsommer bedecken häufig steile, hart gefrorene Firnfelder die Wanderrouten. Wanderer benötigen zur Überquerung einen Pickel bzw. ein Steigeisen sowie ein Seil. Wenn diese Ausrüstung fehlt, muss man zur eigenen Sicherheit umkehren, denn ein Absturz auf einem harten Firnfeld entspricht einem freien Fall. Kenntnis der Wetterberichte, die richtige Bekleidung sowie die Mitnahme von Orientierungshilfen und Rucksackapotheken sind für eine sichere  Wanderung unbedingt zu berücksichtigen. Bei längeren Touren darf keinesfalls auf den Biwaksack vergessen werden. Bergwanderungen müssen immer in Begleitung durchgeführt werden.

„Sicher Leben“ empfiehlt jedem, der eine Wandertour in den Bergen unternehmen will, einen entsprechenden Basiskurs zu absolvieren. Programme von solchen Bergwander-Kursen umfassen Tourenplanung, Gehen im weglosen Gelände, Begehen von Schneefeldern und Geröll, Ausrüstungskunde, Orientierung und Kartenlesen sowie die richtige Ernährung.

Wandertipps für mehr Spaß und Sicherheit am Berg

  • Nach dem Start ungefähr 30 Minuten langsam warm gehen.
  • Während der Tour mindestens alle zwei Stunden eine Rast einlegen.
  • Während der Rast immer eine Kleinigkeit essen und trinken.
  • Bei Ermüdung oder Anzeichen von Erschöpfung sofort rasten! Anschließend ist es besser umzukehren.
  • Wenn der Weg zu lang, zu schwierig oder in schlechtem Zustand ist, das Wetter plötzlich umschlägt und/oder Nebel einfällt, sofort umdrehen!
  • Beachten Sie: Umkehr ist kein Zeichen der Schwäche, sondern vernünftig und verantwortungsbewusst.

Quelle: Institut „Sicher Leben“